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Knorbs Tuba-Triumpf in Lohausen

Der erste Termin der Welttournee sollte das Sydney Opera House sein. Von Düsseldorf aus sollte es losgehen, das Trio der Unwahrscheinlichkeiten: Gheorghe Zamfir mit seiner Panflöte, André Rieu mit seiner Violine und Werner Knorb mit seiner Tuba.

Schon am Schalter der Airline spitzte sich die Lage zu. Rieu und Zamfir hatten sich jeweils einen ganzen Dreierblock reservieren lassen – selbstverständlich für sich selbst ("Man will ja mal die Beine ausstrecken.") und ihre unersetzlichen Instrumente. Knorb hatte bescheidener kalkuliert: zwei Plätze, einer für ihn, einer für seine Tuba.

Doch die Mitarbeiterin hinter dem Schalter schüttelte den Kopf.
„Es tut mir leid, die Tuba muss in den Frachtraum.“

Rieu fuhr empört dazwischen: „Unmöglich! Wissen Sie überhaupt, welche Töne Sie da erfrieren lassen wollen?“

Die Mitarbeiterin blickte streng von Rieu zu Knorb. „Mal davon abgesehen – er... ist ein Tier. Für ihn gilt die Boxenpflicht.“

Stille. Zamfir starrte sie an, Rieu: "Er? Verdammt nochmal. Werner Knorb ist ein Künstler!" Knorb aber blieb ruhig. Er rückte seine florale Brille zurecht, nahm die Tuba an die Lippen und ließ die ersten Takte von „Fly Me to the Moon“ erklingen.

Der Klang breitete sich durch die Abflughalle aus. Gespräche verstummten – und im selben Moment gingen sämtliche Smartphones nach oben. Displays glühten, Selfie-Kameras liefen, die ersten Streams gingen live. - "Guck mal hier der alte Affe! Der hat es drauf. Ist das etwa dieser Jazz-Schimpanse?" - Als die letzte Note verklang, brach Applaus los. Da trat ein Mann in Uniform aus der Menge: der Kapitän der Maschine.

Er nickte anerkennend. „Unglaublich. Wer sind Sie? So etwas habe ich noch nie gehört.“ Sein Blick fiel auf Knorb, dann auf die fassungslose Mitarbeiterin. „Ein Musiker wie Sie fliegt selbstverständlich nicht im Frachtraum. Und schon gar nicht in einer Transportbox. Sie kommen mit – in die Businessclass, Sie sind mein Ehrengast.“


Knorb senkte die Tuba, nickte knapp und zwinkerte der Mitarbeiterin am Counter zu. Während Rieu und Zamfir sprachlos beiseite traten, schritt der Käpt’n voran – und neben ihm patschte Werner Knorb mit der Tuba zum Gate, bereit, die Welt zu erobern.

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