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Gustav rettet die Ruder-WM in Wedau

Im ehemaligen Pumpwerk Alte Emscher herrschte Alltag. Werner Knorb stand barfuß im Batikhemd zwischen Kacheln und Eisenträgern und ließ die Tuba vibrieren, als wolle er den Rheinpegel in Schwingung bringen. Unter dem Vibraphon lagen die Herren Dackel Gustav und Fritz ausgestreckt, beide auf dem Rücken, Pfoten nach oben, Lefzen schlaff im Schlaf. Dann vibrierte das Smartphone auf der alten Werkbank. Zuerst leise, dann insistierend. Knorb senkte das Mundstück, blickte mürrisch auf das Display: „Dietz DuisburgSport“. „Professor Knorb? Hier spricht der Veranstaltungsleiter der Ruder-WM. Wir haben Mufflons. Eine ganze Herde blockiert den Leinpfad an der Regattastrecke in Wedau. Hier geht gar nichts! Wir brauchen Sie – und Ihre Dackel.“ Knorb legte die Tuba ab, schob die florale Brille zurecht und murmelte: „Oh, ha.“ Gustav hob im Schlaf ein Ohr. Fritz schnaufte, als wolle er schon jetzt protestieren. „Also wirklich“, begann er, die Fliege zurechtrückend, „für Mufflons ist die Abteilung L...

Der Solex-Schmu von Tongeren

  Es war noch dämmrig, der Nebel hing zwischen den Straßenlaternen wie ein grauer Vorhang, als Prof. Dr. Werner Knorb barfuß über das Kopfsteinpflaster tappte. Der Trödelmarkt von Tongeren erwachte gerade: Händler klappten ihre Tapeziertische auf, ein altes Transistorradio krächzte Brassens, irgendwo zischte eine Kaffeemaschine, und der Duft von Waffeln mischte sich mit feuchtem Karton. Knorb bewegte sich nicht wie ein Käufer, sondern wie ein Schiedsrichter, der den Platz betrat. Er wusste: Er musste nichts suchen – die Dinge traten von selbst zu ihm. Mit einer beiläufigen Geste strich er über Schallplattenhüllen, schnalzte abschätzig mit der Zunge, klopfte auf eine verbeulte Trompete, als hätte er schon ihr Urteil gefällt. Bei einem verrosteten Vierteltonhorn blies er ein paar Takte der Brabançonne , nur um es dann mit wegwerfender Miene zurückzulegen. Händler grinsten. „Der alte Affe wieder. Bringt alles zum Klingen.“ Doch sie wussten auch: Mit ihm zu feilschen war aussichtslos...