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Melodisches aus Mittel-Meiderich: Ein Arrangement für Tuba, Dackel und Jagdhorn

 


Gustav von Oenkelstieg.
Rauhaardackel. Jagdhornbläser. Kranzniederleger.
Geboren unweit des Hachmannsfelder Gehölzes, aufgewachsen zwischen Holdtmannswiese und Struchtruper Kanalhafen. Seine Wurfkiste stand am Sögelweg, gegenüber der alten Trafostation.

Gustav war kein Welpe, der sich drängte. Er wartete, bis der Futternapf frei wurde – aber dann: Zack. „So“, sagte er, leckte sich die Lefzen und wandte sich dem Wesentlichen zu: Der Bearbeitung seines vertrockneten Büffelhautknochens "Büffi".

Sein Urururopa, Donald von Trollsheim Pfad, war ein Held beim großen Buxebölken in der Rößnitzer Senke. Drei Mufflons verbellt, alle gleichzeitig, bei Nebel. Dafür gab’s die Hanseatische Kokarde der Infanterie – liegt heute im Waldhäuschen von Höcklage, gut sichtbar unter Glas. Gustav besucht sie jedes Jahr zur Kranzniederlegung. Ohne Presse mit Heinrich Oertel (CDU).

Im Jazzlabor.

Der Professor wischte sich gerade das Mundstück der Tuba mit einem Batisttuch ab, als es klopfte. Dreimal, rhythmisch.
„Herein, spaziert“, rief er.

Die Tür öffnete sich.
Da stand Gustav. Sauber gebürstet, Flachmann im Geschirr, Notenrolle auf dem Rücken.
Er salutierte knapp.

„Ich bin Gustav von Oenkelstieg. Ich habe gehört, Sie suchen einen Dritten.“
Der Professor musterte ihn. „Was bringen Sie mit?“
Gustav schob mit der Pfote ein Etui über den Boden. Darin: ein eigens gebautes Jagdhorn – aus dem Unterrohr eines holländischen Damenrads.

„Das ist kein Spielzeug“, sagte Gustav.

Er blies. Ein Ton wie der Brunftschrei eines Heckrinds. Dann ein Marschrhythmus. Dann eine Wendung ins Moll – zack – und ein kehliges Summen dazu, das direkt aus Gustavs Brustkorb zu kommen schien.
Der Professor ließ die Tuba sinken.

„Fritz!“
Der Langhaardackel steckte den Kopf unter dem Vibraphon hervor.
„Fritz, wir haben einen Dritten.“

Später, bei Wurstbrühe.

Gustav hatte bereits einen Plan geschrieben.
Tournee: Chennai, Berlin, Merseburg, zwei Termine in Belgien, dann Duisburg. Der Professor studierte das Dokument.

„Sie schreiben in Tintenschrift?“
„Ich mag Ordnung.“
„Und was ist das hier?“
„Das ist ein Arrangement für Tuba, Dackel und Jagdhorn. Inklusive Einsatzstellen für Pantomime.“
Fritz blinzelte gerührt.

So begann es. Fritz, Gustav und der Professor. Ein Trio, wie es keins gab. Improvisation, Disziplin, Dackelblick.

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