Direkt zum Hauptbereich

Telefonterror

Der liebe Kollege ist im Urlaub. Daher sauge ich seine Gespräche an meinen Apparat.

Letzten Mittwoch.

Tüdelüdellü. Melde mich brav. "Ja, hier ist Frau Posauke aus Bad Salzdetfurth." - "Hallo, was kann ich denn für Sie tun?" - "Ja, ich habe mir das Sozialgesetzbuch von Ihnen gekauft und da hat mich die §§-Gruppe 57 interessiert, weil sich da mit der Gesundheitsreform einiges geändert hat und genau da steht 'Hier nicht abgebildet'." - "Wo denn genau?" - "Im Sozialgesetzbuch!!!" - "Äh, in *welchem* Sozialgesetzbuch?" - "Steht *drauf*: Sozialgesetzbuch in Klammern SGB und ist aus Ihrem Verlag" - "Geht es um das Sozialgesetzbuch I, III, V oder XII? Steht immer oben auf der Seite am äußeren Rand im Kolumnentitel" - "Sozialgesetzbuch fünf" - Blätter, blätter blätter - "Also bei mir stehts drin" - "Das kann ja nicht sein..." - "Welche Ausgabe haben Sie denn?" - "2006!" [Name, Ort und §§-Gruppe von der Red. geändert]

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gebrannte Pinienkerne

Sch... verbrannt! Und billig sind die Dingern nun echt nicht (mehr). Wenn man Pinienkerne für ein Pesto oder für den Salat in der Pfanne röstet muss man höllisch aufpassen. Gerade denkt man noch, werden die Piñónes denn überhaupt nicht braun? Da sind sie schon verbrannt. Abhilfe schafft hier ein Küchengerät, das ich im Rahmen dieses Blogs schon vor einigen Tagen hier besprochen habe. Der gute alte Minibackofen. Vor einigen Jahren habe ich mir im einschlägigen Versandhandel eine Blini-Eisenpfanne aus französischer Produktion zugelegt, die ich aber bislang sehr selten benutzt habe. Doch im Zusammenspiel mit dem Minibackofen ergibt sich ein unschlagbares Team, wenn es um die Röstung von Pignons de Pin geht. Hier das Rezept: Pinoli in die Pfanne (komisch immer werden 30 Gramm in den REZen verlangt) Minibackofen auf 175° drehen (Ober- und Unterhitze aktiv) Zeitschalter auf sechs Minuten und ab dafür Dazu passt ein Export 33, das man ohne Öffner einfach aufschraubt und eiskalt vor dem Fernse...

Knorb live bei ARD Jazz

  Nikals Wandt:  „ARD Jazz – das Magazin. Jeden Mittwoch um 22 Uhr melden wir uns mit dem wöchentlichen Jazz-Update. Heute mit Neuerscheinungen – aber auch mit grundsätzlichen Gedanken zu Jazz und Politik. Später im Gespräch: der bekannte Jazzschimpanse Prof. Werner Knorb , Leiter des Jazzlabors im ehemaligen Pumpwerk Alte Emscher in Duisburg-Meiderich. Ich habe mit ihm über seine gerade erschienene Autobiografie "Jazz mit dickem Fell" gesprochen – und über seine kulturpolitischen Forderungen. Unser musikalisches Intro kommt heute von Quincy Jones – ein Stück von 1969: ‚Killer Joe‘. Ich bin Niklas Wandt. Hallo!“ [Musikeinlage] Wandt (ruhig, fast flüsternd): „‚The weapon that we will use is the cool one‘ – das hat Dizzy Gillespie einmal gesagt. Für meinen heutigen Gast war das vielleicht mehr als nur ein Satz. Für ihn war es Überlebensstrategie. Geboren im Duisburger Zoo, aufgewachsen zwischen Gitterstäben, Besuchern und eingestreuten Sägespänen. Heute Professor für Jazztheor...

Gustav rettet die Ruder-WM in Wedau

Im ehemaligen Pumpwerk Alte Emscher herrschte Alltag. Werner Knorb stand barfuß im Batikhemd zwischen Kacheln und Eisenträgern und ließ die Tuba vibrieren, als wolle er den Rheinpegel in Schwingung bringen. Unter dem Vibraphon lagen die Herren Dackel Gustav und Fritz ausgestreckt, beide auf dem Rücken, Pfoten nach oben, Lefzen schlaff im Schlaf. Dann vibrierte das Smartphone auf der alten Werkbank. Zuerst leise, dann insistierend. Knorb senkte das Mundstück, blickte mürrisch auf das Display: „Dietz DuisburgSport“. „Professor Knorb? Hier spricht der Veranstaltungsleiter der Ruder-WM. Wir haben Mufflons. Eine ganze Herde blockiert den Leinpfad an der Regattastrecke in Wedau. Hier geht gar nichts! Wir brauchen Sie – und Ihre Dackel.“ Knorb legte die Tuba ab, schob die florale Brille zurecht und murmelte: „Oh, ha.“ Gustav hob im Schlaf ein Ohr. Fritz schnaufte, als wolle er schon jetzt protestieren. „Also wirklich“, begann er, die Fliege zurechtrückend, „für Mufflons ist die Abteilung L...