Direkt zum Hauptbereich

Gedanken am Sonntag XXXIV

Trost gibt es zum Glück noch. Und meine Brötchen kaufe ich auch weiterhin dort.

Auf der Rückreise bin ich mit dem MRQ eben am Schlanken vorbei gefahren. Dort hat mittlerweile die Filiale einer Bäckereikette Einzug gehalten. Der Schlanke - das war eine Kneipe... Selbst als der Schlanke nur noch Gast in der eigenen Kneipe war. Jeder Raum hatte einen Spitznamen. Blaue Maus, Langes Zimmer, Nordkurve, Möschenparadies. Matjeszeit, Muschelzeit und zu Nikolaus wurde gedobelt. War immer ein Hit, wenn man gut einen im Tee hatte und dann mitten in der Nacht mit einer Tiefkühlgans zuhause aufschlug. Mittlerweile dobeln nur noch die Museumsfreunde.

Irgendwie scheint es ein Trend zu sein, dass es immer weniger Läden gibt, wo engagierte Wirtsleute den Gästen was Vernünftiges vorsetzen und Spass an ihrem Job haben.

Den Toronjil habe ich wieder nach draußen verfrachtet. Die Heizungsluft bekommt ihm nicht. Hoffentlich bekriegt er sich.

En bald.

Kommentare

Chris K. hat gesagt…
"Der Schlanke" - das weckt Erinnerungen. Ich kenne - besser kannte - eine Dorfpinte in Nordhessen, die vom "dem Schmalen" betrieben wurde. Eine Legende. Der "Schmale" starb im Dienst, ihn traf der Schlag beim Bierzapfen. Und noch heute erzählen seine Stammgäste, dass er praktisch sofort tot gewesen ist, aber erst das Glas, das er gerade zapfte, auf dem Tresen absetzte, ohne einen Tropfen zu verschütten, bevor er zu Boden sackte. Bei seiner Beerdigung war das ganze Dorf anwesend, und der örtliche Schwarzsender, die "Fröhliche Welle", übertrug live. Die Kneipe hat dann später sein Sohn weitergemacht, der "junge Schmale", der jedoch nicht an die Erfolge des "alten Schmalen" - wie er erst nach seinem Ableben genannt wurde - anknüpfen konnte.
Mitzwinkel hat gesagt…
Schwarzsender "Fröhliche Welle" mit Liveübertragung von der Beerdigung. Das hat was. <8-}
Chris K. hat gesagt…
Ja, nicht wahr? Zumal man den Sender nur im Ort empfangen konnte. Und da alle auf der Beerdigung waren, hat praktisch niemand die Sendung gehört.
Mitzwinkel hat gesagt…
Wahnsinn. Davon wird es wahrscheinlich auch keine Aufzeichnungen geben.

Vom Schlanken ist übrigens überliefert, dass er nach Beerdigungen den Leichenschmaus (Die Raue ist doch beim Schlanken?) mit "Wohl sein - wir sind ihn quitt!" eröffnete.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ein Tag am Meer IV - letzter Teil -

16:30 Uhr: Dämmere im berüchtigten Log-On-Log-Off-Modus auf dem Sofa. Die Tour läuft. Langweilige Etappe. Drehe den Ton auf leise. Träume wie auf Kommando von einer Radtour von Celle nach Uelzen, die ich mit meinen Eltern als Kind unternommen habe. Plötzlich brüllt mich Cédric Vasseur an.

17:30 Uhr: Ich schrecke hoch. Cédric Vasseur brüllt natürlich nicht mich an, sondern außerhalb meiner bewussten Wahrnehmung hat mein Daumen im entscheidenden Moment mit der Fernbedienung den Fernseher auf volle Lautstärke gedreht. Edvald Boasson Hagen, der Norweger, stellt es clever an und gewinnt vor einem Verfolgerfeld die Etappe nach Salon-de-Provence.




Mache die Klipp-Klapp-Box für einen Apéritif im MG-Nest klar: Kro für die Dame, 1664 für den Herrn und eine kleine Tüte bretonische Chips als Snack vorweg. Tapere einmal durch die ganze Anlage. Tatsächlich sind wieder alle Außenplätze ungenutzt. Der Mallorca-Sport morgens in aller Herrgottsfrühe die beste Plätze mit Handtücher zu reservieren, ist hier…

Ein Tag am Meer III

11:30 Uhr: Ich erinnere mich an ein Rezept aus Nigel Slaters Diaries. Ich halbiere eine große Tomate aus dem Felsengarten von Erich, dem Melonenmann. Streue Meersalz und ein wenig Zucker drauf. Die Dinger wandern für 45 Minuten in den 200 Grad heißen Ofen. Ich streue ein wenig Thymian aus dem Topf vor dem Küchenfenster drauf und packe zwei kleine Ziegenkäse auf jede Hälfte. Zurück in den Ofen.




Unterdessen fahre ich mit dem Mountainbike noch einmal schnell zu Erich, dem Melonenmann und kaufe Schinken. Dabei komme ich am Schuppen mit den Surfbrettern vorbei. Und wer knutscht da zwischen den bammelnden Sufkombis? Ganz genau: Lisel und Gilles, der Bademeister - wie die Teenager. Als hätte ich es nicht geahnt. Lache innerlich und mache unseren Opa nach:”Verfluchte Unzucht!”

Die Klipp-Klapp-Box wird für's Mittagessen bestückt. Die geschmolzenen Tomaten kommen auf ein Salatbett mit den Schinkenscheiben. Abmarsch zum MG-Nest. Die Sonne knallt jetzt richtig. Hütchen und Sonnenbrille reichen…

Ein Tag am Meer II

8 Uhr: Wir schleppen Teller, Tassen und Thermoskanne zum ehemaligen MG-Nest, das in diesem Sommer unser Essplatz ist. Ich habe mir bei Globi so eine Klipp-Klapp-Box mit Griff gekauft. Jetzt können wir sie gut gebrauchen. Die Buttercroissants sind schön butterig, die Salzbutter schön salzig und der Blick auf die Bucht schön bilderbuchtmäßig. Allerdings sind Brille und Hütchen schon Pflicht. Die Sonne knallt. Da hat man ruck zuck einen an der Marmel.



Noch ist das Internet gut. Mit dem Tablet surfe ich den NDR an. Mal sehen, was Altenburg mit seinen Freeses zu Stande gebracht hat. Nix - ist anscheinend auch im Urlaub. Er sendet eine Konserve:"Der Lachs der Weisheit". Diese alte Folge ist allerdings genial. Mittelalterverlobung bei den Freeses. Alle tragen Kartoffelsäcken und lauschen einer Freien Rednerin. Als die Stelle mit dem Eierlikör kommt, pruste ein wenig Tee durch die Nasenlöcher, obwohl ich die Folge doch schon kenne.

9 Uhr: Ich statte Erich, dem Melonenmann, einen erste…