Direkt zum Hauptbereich

Küchengeschichten

Ein Kumpel hat vor einigen Jahren im Casino eines großen deutschen Industrieunternehmens eine Ausbildung als Koch absolviert, hat danach irgendwas im sozialen Bereich studiert und arbeitet jetzt an einer Einrichtung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, gering qualifizierte Jugendliche fit zumachen für den regulären Arbeitsmarkt. Beiköche. Da gibt es natürlich immer was zu berichten. Am Wochenende war er im Mitzwinkel.

Zur Zeit sind ein junger Herr und eine junge Dame in seiner Obhut, die es aus Nabatäa in die Kulturhauptstadt verschlagen hat. Diese Info für den geneigten Leser, der sich die Kakophonie der hier nicht abgebildeten landmannschaftlich eingefärbten Dialoge bitte selber ausmalt. Beider Steckenpferd ist die wechselseitige Neckerei. Nach einigen Gesprächen mit den über mitunter vielleicht rauen Umgangston in Küchen, Hinweisen, dass man das mit der eigenen Ehre nicht immer so hoch aufhängen soll, hat die Dame eine neue Variante erdacht, mit der sie ihren Ausbildungskumpel zu neuen Höchstleistungen antreibt. "Ich ficke Deinen Vater."

Das schreit nach Vergeltung.

Der junge Mann aus Nabatäa griff, als er dieses Ausspruchs gewahr wurde, zu einer Milchtüte, die als spezielles Produkt für die Gastronomie mehr als einen Liter enthielt, um sie als Wurfgeschoss auf die junge Dame abzufeuern. Traf allerdings den Türsturz, in deren unmittelbarer Nähe er sich befand und verpasste sich eine, wenn auch leicht abgewandelte, unfreiwillige Kleopatradusche.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gebrannte Pinienkerne

Sch... verbrannt! Und billig sind die Dingern nun echt nicht (mehr). Wenn man Pinienkerne für ein Pesto oder für den Salat in der Pfanne röstet muss man höllisch aufpassen. Gerade denkt man noch, werden die Piñónes denn überhaupt nicht braun? Da sind sie schon verbrannt. Abhilfe schafft hier ein Küchengerät, das ich im Rahmen dieses Blogs schon vor einigen Tagen hier besprochen habe. Der gute alte Minibackofen. Vor einigen Jahren habe ich mir im einschlägigen Versandhandel eine Blini-Eisenpfanne aus französischer Produktion zugelegt, die ich aber bislang sehr selten benutzt habe. Doch im Zusammenspiel mit dem Minibackofen ergibt sich ein unschlagbares Team, wenn es um die Röstung von Pignons de Pin geht. Hier das Rezept: Pinoli in die Pfanne (komisch immer werden 30 Gramm in den REZen verlangt) Minibackofen auf 175° drehen (Ober- und Unterhitze aktiv) Zeitschalter auf sechs Minuten und ab dafür Dazu passt ein Export 33, das man ohne Öffner einfach aufschraubt und eiskalt vor dem Fernse...

„Er spielte auf einer Lenorflasche“

  Exklusives Interview mit Marion Ahlers, Tierpflegerin im Ruhestand, über die frühen Jahre von Prof. Dr. Werner Knorb im Duisburger Zoo - wir unterbrechen unsere Serie Brass Beauty Ein Schimpanse spielt Tuba. Nein, das ist nicht der Anfang eines Witzes, sondern der Beginn einer der ungewöhnlichsten Musikerkarrieren des Ruhrgebiets. Wir sprechen im Café 43 am Markt in Beeck mit Marion Ahlers, Tierpflegerin in Rente aus dem Duisburger Zoo, die den heute weltbekannten Jazz-Professor in seinen frühesten Tagen begleitete. --- Frau Ahlers, Sie kennen Prof. Dr. Werner Knorb noch aus dem Zoo. Wie hat das damals alles angefangen? Ach, wissen Sie, in den 60ern war das noch eine ganz andere Welt. Kein Internet, kein Gedanke an Artenschutz wie heute – aber da war dieser kleine Schimpanse, der irgendwie… herausstach. Werner wurde bei uns im Affenhaus geboren. Seine Mutter, Helga, war eine stattliche Dame aus dem Ituri-Wald im Kongo, hergebracht im Zuge dieser traurigen Wildfangaktion. Das war ...

Brass Beauty – Folge VIII: Juste comme ça

  Nikki Yanofsky hatte im ehemaligen Pumpwerk Alte Emscher übernachtet. Sie war spät in Düsseldorf angekommen. Irgendwie wollte sie nicht ins Hotel. Zu kalt, zu funktional. - "Nikki, Du kannst im Labor pennen." - Knorb hatte ihr die Schlüssel unter die Fußmatte gelegt. Fritz hatte ein rotes Schokoherz auf das Feldbett mit dem dicken Carinthia-Schlafsack gelegt. Als Knorb morgens mit der Solex und den beiden Dackeln im Beiwagen zum Dienst erscheint, steht auf dem abgedeckten Vibraphon ein kleines Frühstücks-Buffet: Croissants, Bagels (Nikki ist aus Montréal) und je ein Happen grobe Leberpaté für die Herren Dackel. Knorb: „Das erste Mal hab ich dich 2011 in Montreux gehört. B. B. hatte mich gebucht. Ich sollte was Leichtes spielen zu "Key To The Highway". Ding der Unmöglichkeit. Ich hab’s trotzdem gemacht. Ich mach mich ja gern zum Affen. Kam tatsächlich gut an, mein Tüdelü. B. B. hat wie immer fürstlich gezahlt. Und dann... standet ihr plötzlich da.“ Nikki (blickt ...