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Küchengeschichten

Ein Kumpel hat vor einigen Jahren im Casino eines großen deutschen Industrieunternehmens eine Ausbildung als Koch absolviert, hat danach irgendwas im sozialen Bereich studiert und arbeitet jetzt an einer Einrichtung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, gering qualifizierte Jugendliche fit zumachen für den regulären Arbeitsmarkt. Beiköche. Da gibt es natürlich immer was zu berichten. Am Wochenende war er im Mitzwinkel.

Zur Zeit sind ein junger Herr und eine junge Dame in seiner Obhut, die es aus Nabatäa in die Kulturhauptstadt verschlagen hat. Diese Info für den geneigten Leser, der sich die Kakophonie der hier nicht abgebildeten landmannschaftlich eingefärbten Dialoge bitte selber ausmalt. Beider Steckenpferd ist die wechselseitige Neckerei. Nach einigen Gesprächen mit den über mitunter vielleicht rauen Umgangston in Küchen, Hinweisen, dass man das mit der eigenen Ehre nicht immer so hoch aufhängen soll, hat die Dame eine neue Variante erdacht, mit der sie ihren Ausbildungskumpel zu neuen Höchstleistungen antreibt. "Ich ficke Deinen Vater."

Das schreit nach Vergeltung.

Der junge Mann aus Nabatäa griff, als er dieses Ausspruchs gewahr wurde, zu einer Milchtüte, die als spezielles Produkt für die Gastronomie mehr als einen Liter enthielt, um sie als Wurfgeschoss auf die junge Dame abzufeuern. Traf allerdings den Türsturz, in deren unmittelbarer Nähe er sich befand und verpasste sich eine, wenn auch leicht abgewandelte, unfreiwillige Kleopatradusche.

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