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No Reader Left Behind

Gelegentlich knipse ich am Wochenende für einen lokalen Zeitungstitel, der im Mantel einiger großer Tageszeitungen vertrieben wird.

Nun ist man vor einiger Zeit auf den Trichter gekommen, doch mal nachzuhören, was es für Gründe gibt, wenn ein Abo gekündigt wird.

Jemand wurde Customer Complaint Manager. Ein entsprechendes Formular wurde entworfen. Es wird nun den jeweiligen Redaktionen mit der Begründung des Lesers zugestellt. Die sollen sich dann kümmern.

Am Wochenende erreichte uns dann ein Schrieb:

Leser Karl Posauke ließt euch im ***-Mantel. Kündigt, weil zuviele Rechtsschreibfehler im Blatt.

En bald.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Letzten Sommer haben die geduldigste Gemahlin von allen und ich eine vom Tagesspiegel organisierte Kanalfahrt mitgemacht. 3 Stunden über Berlins Kanäle schippern, lecker Buffet und eine Sängerin hat noch ein paar Couplets beigesteuert. Ein Tagesspiegel-Redakteur war auch dabei, der hat die Eröffnungsrede gehalten und von vornherein darum gebeten, nicht mit Druckfehlern behelligt zu werden. Ich hab ihn daraufhin angesprochen, und er hat mir erzählt, dass es gar nicht so selten ist, dass Menschen zu derartigen Veranstaltungen ganze Ausgaben des Tagesspiegel mitbringen, in der sie die Fehler angestrichen haben.
Was die Menschheit so bewegt...
Anonym hat gesagt…
Wofür die Zeit haben...
Anonym hat gesagt…
Das Schönste ist ja, dass es sich nicht um Druck- oder Setzfehler, sondern um Übersehensfehler handelt. Gibt es egentlich noch Lektoren?
Nicht beim Hanauer Anzeiger, das steht fest.
Anonym hat gesagt…
Klar gibt's noch Lektoren, aber nicht bei der Zeitung.
Mitzwinkel hat gesagt…
Die wurden vor einigen Jahren mit dem Hinweis abgeschafft, dass die Redakteure bitteschön ihre eigenen Lektoren zu sein haben.

Vor gut zwei Jahren musste dann auch die Schlussredaktion dran glauben. Die Seiten gehen jetzt als pdf direkt in die Druckerei - und werden gelegentlich vergessen.

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